Erfurter Hochzeitsring geht als Briefmarke um die Welt

Erfurter Hochzeitsring geht als Briefmarke um die Welt

PRESSEMITTEILUNG vom 11.02.2010
Erfurter Hochzeitsring geht als Briefmarke um die Welt
Vorstellung der Sonderbriefmarke in Erfurt

Ein Meisterwerk mittelalterlicher Goldschmiedekunst - der jüdische Hochzeitsring aus dem
sogenannten Erfurter Schatzfund kann ab heute auch als Briefmarke versendet werden. In
einer gemeinsamen Veranstaltung der Landeshauptstadt Erfurt und des Thüringischen Landesamtes
für Denkmalpflege und Archäologie wurde die 90 Cent Sondermarke heute von
Hartmut Koschyk, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen,
im Erfurter Rathaus feierlich übergeben. Zum ersten Mal ist damit ein archäologisches
Fundstück aus Thüringen auf einer bundesdeutschen Briefmarke abgebildet.
Der 1998 bei Ausgrabungen gefundene Fingerring aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts
ist eines der seltenen materiellen Zeugnisse jüdischen Lebens im Mittelalter. Er ist 4,7
cm hoch und besteht aus reinem Gold. Zahlreiche, detailliert ausgearbeitete Einzelteile bestimmen
die Gestalt des Ringes: Die breite Ringschiene endet unten in zwei zusammengelegten
Händen, auf der oberen Seite gehen die Arme in den Rückenkamm zweier geflügelter
Drachen über. Diese tragen ein gotisch verziertes Gebäude, in dessen Innerem sich eine kleine
goldene Kugel befindet, die bei Bewegung des Ringes einen zarten Klang erzeugt.
Ausgehend von einer Aufnahme des Ringes durch die Fotografin des Thüringischen Landesamtes
für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar entwickelte die Grafikerin Corinna
Rogger aus dem schwäbischen Biberach eine ästhetisch anmutende Briefmarke. Neben dem
Ring selbst zeigt die Marke die Aufschrift „masel tow“ – „viel Glück“. Dies ist der traditionelle
Wunsch zur Hochzeit. Die gleiche Inschrift ist in hebräischen Buchstaben in die glatten Dachflächen
des Gebäudes auf dem Ring eingraviert. Auf dem Foto ist sie jedoch nur teilweise zu
sehen und kaum erkennbar.
Nach seiner Tournee durch mehrere deutsche Städte und internationale Metropolen wie
Paris, New York und London wird der Erfurter Schatz mit dem jüdischen Hochzeitsring seit
Oktober letzten Jahres in seiner Heimatstadt Erfurt in einer Dauerausstellung präsentiert.
Die neue Ausstellung „Alte Synagoge“ entwickelte sich von Anfang an zum Publikumsmagneten
und zog bereits in den ersten drei Monaten etwa 20.000 Besucher an.
Begleitend zur Sondermarke gibt der Deutsche Philatelie Service einen Ersttagsbrief in der
Serie „Deutschland exklusiv“ mit einem Foto des gesamten Schatzfundes heraus.
Zudem nahm das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens die Briefmarkenemission
zum Anlass, eine kleine Sonderausstellung mit archäologischen Motiven auf deutschen
Briefmarken zu präsentieren. Diese wird gemeinsam mit einer Wanderausstellung des Bundesfinanzministeriums
rund um die Briefmarke bis zum 25. März 2010 im Weimarer Museum
zu sehen sein.
Ansprechpartner:
Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Dr. Karin Sczech
Humboldtstraße 11
99423 Weimar
Tel: 03643 81 83 42
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Sondermarke „Jüdischer Hochzeitsring Erfurt“
Gestaltung: C. Rogger, Biberach